* Startseite     * Über...     * Archiv     * Gästebuch     * Kontakt



themuhkuhAbout

Seiten von Freunden

Klopfers-Web
Klopfers Webmate des Monats
www.absolut-brot.de
The Nana

Weblogs

xxbadgirlxx
Klopfers-Web

Klopfer in Tokio (hot)

* Themen
    
Irland
     Sinnloses, Kurioses, Fischbrötchen
     Wie werde ich zum Hip Hopper ?
     Zitate
     Mein Tag
     Statements
     Geburtstagsgrüße ^^






Stadtapostel und Propheten

Ich sitze in der Schule vor meinem Rechner und starre an die Uhr. Die Aufgaben f?r die ein Zeitumfang von 2 1/2 wochen angesehen war, hab ich innerhalb von 2 Stunden zu 50% gel?st. Und f?r den Rest ist mir die Lust vergangen, diese auch noch zu l?sen. Im Internet ist auch nicht viel los, und mit einem Pentium II macht das ganze sowieso keinen Spa?.
Kurz: Mir ist langweilig !

Das einzige, was mich jetzt noch von dieser von Uhrengeticke, Tastaturengeh?mmer, L?ftergedr?hne und Monitorengepfeiffe verursachte Monotinie noch retten kann, ist die Mittagspause.

12:45 war es endlich so weit: 45 Minuten Mittagspause.
Ich habe zwar nie verstanden, wozu ein Sch?ler 45 Minuten Mittagspause brauch, aber das sei erstmal dahin gestellt.

Meine Klassenkameraden, zugleich auch meine Arbeitskollegen und ich beschlossen, diese 45 Minuten voll auszukosten und in die nur 5 Minuten Fu?weg entfernte Innenstadt zu gehen.
Wir waren auf dem besten Weg zu meinem Lieblingb?cker, um uns ein paar belegte Br?tchen als provisorisches Mittagessen zu genehmigen.

Nur ein Problem war im Begriff meinen ultimativen Plan der N?hrstoffaufnahme zu vereiteln... Ich hatte kein Geld dabei !
Kein Problem, die Sparkasse ist ja gleich auf der anderen Stra?enseite. Also erste Station: Sparkasse, Geld kaufen !

In der Sparkasse angekommen, traute ich meinen Augen nicht:
Menschenschlangen vor den Geldautomaten und an den Schaltern! o_O
Langsam wurde mir klar, wieso f?r die Mittagspause 45 Minuten angesetzt wurden.
Nachdem ich es geschafft habe mein Konto um 10 Euro zu erleichtern und meine Kontoausz?ge f?r den letzten Monat zu ?berfliegen, gingen wir dann gemeinsam in Richtung B?cker.

Wir gingen ?ber die Stra?e, als uns zwei M?nner mittleren Alters entgegen kamen. Beide st?tzten sich gegenseitig und hielten beim laufen schon lange nicht mehr die Ideallinie, es kam eher einer Sinuskurve gleich. Der linke hatte einen PLUS-Beutel, gef?llt mit diversen Utensilien. Dem Klimpern nach zu urteilen, waren es Flaschen aus Glas, bestimmt um alkoholhaltigen Gerstensaft zu fassen. Dem Geruch nach zu urteilen, den diese stolzen Vertreter des starken Geschlechts verstr?mten, konnten besagte Flaschen ihrer Bestimmung f?r keine lange Zeit gerecht werden.
Wir schenkten den beiden keine weitere Beachtung und gingen weiter. Als wir ein lautes Klirren und Scheppern hinter uns vernahmen, drehten wir uns um und sahen, wie es die eben erw?hnten M?nner volle Latte auf den Kopfsteinpflaster hinschmiss. Ich wusste nicht so ganz, ob ich lachen oder trauern sollte, als sich beide, lauthals gegenseitig die Schuld in die Schuhe schoben, wer denn nun das gute Pfandgeld erstatte.

Angetrieben von dem mir angeborenen Herdentrieb, schloss ich wieder zu meinen Kollegen auf, die sich nicht weiter darum k?mmerten und weitergegangen waren.

Auf der anderen Stra?enseite angekommen, waren wir nun endlich im eigentlichen Zentrum der einzigen Stadt in der ehemaligen DDR mit 3 'O's - Gorl-Morx-Stodt, heute eher bekannt unter dem Namen Chemnitz.
Mir fiel auf, dass die "City" f?r diese Zeit ungew?hnlich stark belebt war. Menschenmassen, wohin das Auge nur sah. Mir fiel auf, das ein gro?er Teil dieser Menschen bunte Plastikbeutel mit sich trug - in einer Stadt an f?r sich ja nichts ungew?hnliches.
Doch waren es keine Beutel von New Yorker, Galeria Kaufhof und all die anderen L?den und Gesch?fte, die sich dort gegenseitig den Platz wegnehmen. Es war viel mehr eine ungew?hnlich hohe Anzahl an Plastikbeuteln aus EDEKA, LIDL und PLUS. Warum das so ungew?hnlich ist ? Ich w?sste nicht, wo im Umkreis von 500 Metern einer der oben ganannten M?rkte seine Waren anbietet.
Auch waren die Besitzer der Beutel eher etwas weit weg vom Durchschnittsmenschen: Graue, krause Haare, ab und zu von einem Base-Ball Cap teilweise bedeckt, ungepflegter Schnauzer, Jogginghose, oder dreckige und/oder kaputte Jeans, Trainingsjacken, oder nur T-Shirts (bei -4?C !!), sowie Sandalen an den F??en.

Was ist heute nur f?r ein Tag ? Diese Frage besch?ftigte mich von nun an.

50m vor dem B?cker galt es nur noch eine Stra?enbahnschiene zu ?berqueren. Auf dieser stand wieder ein ?lterer Mann, der auf die Beschreibung passt. Er gr?hlte in die Menschenmassen, was es doch alles f?r Idioten seien und wie h?sslich doch die meisten sind und das alles schei?e sei.
Komisch, ich erkannte, dass da wohl die Weisheit aus ihm sprach (auf welchem Bieretikett er diese auch immer gelesen hat) und musste ihm teilweise sogar recht geben. ~.~

Dieser Prophet der Neuzeit wurde dann schlie?lich von aufmerksamen Mitarbeitern der st?dtischen Verkehrsbetriebe von den Gleisen entfernt. Als man ihm noch seinen beutel reichte, ging er mit den Weisheiten "Ihr Schweine, ich kann stehen wo ich will, dies ist ein ?ffentlicher Platz, ich zahle Steuern, wie jeder andere auch!" von dannen.

Er hat Recht, lasst ihn doch einfach dort stehen, die R?der der Stra?enbahn m?ssten sowieso mal wieder gefettet werden.

Und wieder kam die Frage in mir hervor:Was ist heute nur f?r ein Tag ?

Beim B?cker angelangt, 4 Euro dortgelassen und in Ruhe gegessen entschlossen wir uns langsam wieder zur?ck zur Schule zu gehn, schlie?lich war es 13:15 und wir hatten nur noch 15 Minuten Zeit...

Vor dem B?cker war ein Obst- und Gem?sestand, der von einer sehr freundlichen Vietnamesin und ihrem Mann betrieben wird.
Neben uns kam ein, ich w?rde sagen 0815-Rentner vorbei und steckte im Vorbeigehen einfach eine 6er Schale Orangen in seinen EDEKAbeutel.
Auf die (seiner Ansicht nach unerkl?rliche und v?llig unbegr?ndete) Reaktion der Standhalterin, er m?ge doch bitte die Orangen bezahlen, (sie hat wirklich Bitte gesagt )
stammelte er nur (auf Grund von ?berm??igem Alkoholkonsum), dass sie das Obst doch nur vom Supermarkt geklaut habe. Und da er selbst mal in einem gearbeitet habe, w?re es nur gerecht, wenn er diese 6 Orangen von ihr klaue. o_O
Also, das war ja schon die zweite Weisheit heute, dich ich von einem neuzeitlichem, sandalentragenden Apostel vernahm.

Was ist heute nur f?r ein Tag ? fragte ich mich auf unserem weg zur?ck zur Schule, nachdem der J?nger Jesu Christi von der Polizei abgef?hrt wurde.

Und dann fiel es mir ein:
Heute ist der erste Februar, das heisst HartzIV-Tag !

Leicht angewidert von solch einem Verhalten, bem?hte ich mich die Aufgaben in der Schule fertig zustellen, um nicht eines Tages auch noch so zu enden.


Um eventuelle Missverst?ndnisse aus dem Weg zu r?umen:

Ich mache mich nicht ?ber Arbeitslose lustig, da es mich schon morgen selber treffen k?nnte. Auch verallgemeiner ich nicht, dass alle HartzIV-Empf?nger chronische S?ufer w?ren.

Ich finde es nur erstaunlich, dass sich Menschen, wie oben beschrieben, immer am ersten des Monats in so einer gro?en h?ufigkeit aufzufinden sind.
Vorhin war ich einkaufen, und Pfandflaschen fortschaffen. Die arme Frau an der Leergutannahme wusste schon gar nicht mehr, wo sie die ganzen Bierflaschen hintun sollte.

Und wer einmal in Chemnitz sein sollte, und das am ersten eines Monats, sollte sich das Spektakel ruhig mal antun.
Ich garantiere: Man wird gemischte Gef?hle dabei erleben!

Und ich habe sogar was dabei gelernt:
1. Saufen ist schei?e ! Sp?le deinen Frust ?ber die Welt niemals
mit Alkohol (erst recht nicht mit Sternburg Export) runter !
2. Teile niemals mit einem Saufkompagnon den Pfand !
3. Bleibe niemals auf einer Stra?enbahnschiene stehen und
rede dabei niemals den Leuten ei schlechtes Gewissen wegen
ihres Aussehens ein !
4. Bleibe niemals auf einer Stra?enbahnschiene stehen und
sage, dass alles schei?e ist, es kommt mit Sicherheit noch
dicker ! ( der Prophet hat eine Anzeige wegen Erregung
?ffentlichen Ergernisses bekommen.)
5. Wenn du sowieso nur 4 Euro ausgibst, hebe vorher nur 5 ab !
6. Diebstahl lohnt sich nicht, auch wenn man als ehemaliger
Mitarbeiter eines Supermarktes dies nur als gerechtes
"umverteilen" bezeichnen w?rde !
7. Obst lohnt sich nicht !
8. Besoffene erz?hlen nicht immer die Wahrheit !
9. Gehe niemals am Ersten eines Monats Pfand fortschaffen.







1.2.06 18:47


 [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung